Feuerwehr und Rettungsdienst


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Stadtfeuerwehrverband
Chemnitz e.V.

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Deutschland

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Bewerbungsschluss: 15.12.2017

Sturm „Herwart“ sorgte für Dauereinsatz der Chemnitzer Feuerwehren

Laut dem Deutschen Wetterdienst fegte das Sturmtief „Herwart“ am 29. Oktober 2017 mit Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 114 km/h über Chemnitz. Nah- und Fernverkehr waren nur noch massiv eingeschränkt möglich, Dächer wurden abgedeckt, Baustelleneinrichtungen verweht, Bäume stürzten um.
Ein Sturm, der auch den Chemnitzer Feuerwehrkameraden anstrengende Stunden bescherte.

Die 15 freiwilligen Feuerwehren der Stadt mussten an diesem Tag mit Hilfe der Berufsfeuerwehr insgesamt 170 Einsätze bewältigen und konnten somit den Feuerwachen 1 bis 3 den Rücken für das „Tagesgeschäft“ freihalten. Die Kameraden der Berufsfeuerwehr wurden nämlich im selben Zeitraum zu insgesamt 30 Einsätzen, vom Brand bis hin zum Verkehrsunfall, gerufen.

Auf diesem Weg ein herzliches Dankeschön an alle Einsatzkräfte für die schnelle und kompetente Hilfe im gesamten Chemnitzer Stadtgebiet!

(SH)

Facebookpost zieht juristisches Nachspiel nach sich

Foto: Härtelpress

In den frühen Morgenstunden des 3. Februar 2017 brannte im Chemnitzer Stadtteil Yorckgebiet ein Brennstoffhandel. Der Großbrand mitten im Wohngebiet forderte damals rund 60 Einsatzkräfte der Chemnitzer Feuerwehr. Die mit Sondersignal anfahrenden Einsatzfahrzeuge bewegten einen Chemnitzer Arzt damals zu einem folgenschweren Facebookpost, welcher für deutschlandweite Schlagzeilen sorgte. Mit dem Wortlaut: "Die Arschkrampen von der Feuerwehr mussten kilometerlang mit Martinshorn durch menschenleere Straßen fahren, damit auch ja alle geweckt werden" beleidigte der Post die ehren- und hauptamtlichen Feuerwehrangehörigen. Damit nicht genug, auch in der Chemnitzer Rettungsleitstelle beschwerte er sich telefonisch über das Sondersignal. Der Stadtfeuerwehrverband Chemnitz befasste sich mit dem Thema und nach einstimmigem Abstimmungsergebnis erstattete der Verband in der Folge Anzeige gegen den Verfasser dieser Worte, Christoph G.
Am 11. September diesen Jahres erfolgte hierzu die Gerichtsverhandlung am Amtsgericht Chemnitz, der eine achtköpfige Delegation des Stadtfeuerwehrverbandes beiwohnte. Gegenüber dem Richter und den anwesenden Feuerwehrangehörigen räumte der Beschuldigte die Beleidigung ein und entschuldigte sich förmlich, jedoch blieb er inhaltlich bei seiner Meinung, dass das Martinshorn nicht notwendig gewesen wäre. In der Verhandlung trat Dr. Thomas Lange, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Chemnitz-Rabenstein, als Zeuge für den Stadtfeuerwehrverband auf und erläuterte dem Gericht den Sachverhalt. Dabei betonte er, dass man die pauschale Beleidigung der etwa 685 ehren- und hauptberuflichen Feuerwehrangehörigen nicht auf sich sitzen lassen könne.

Richter und Staatsanwalt teilten die Ansicht des Stadtfeuerwehrverbandes und empfanden die Äußerungen ebenfalls beleidigend. Explizit unterstrich Richter Kaiser die Bedeutung der Feuerwehr und die besondere Stellung in der Gesellschaft. Auch dankte er, dass es noch Menschen gibt, die diese Tätigkeit ehrenamtlich ausüben. Die Äußerungen kommen Christoph G. jetzt teuer zu stehen. Zwar einigten sich alle Parteien darauf, das Verfahren gegen den Angeklagten einzustellen – jedoch unter der Auflage des Gerichts, 2.700,00 Euro binnen vier Wochen an den gemeinnützigen Stadtfeuerwehrverband Chemnitz e. V. zu zahlen. Das Urteil macht deutlich, dass Facebook kein rechtsfreier Raum ist und Beleidigungen gegen Feuerwehrangehörige nicht toleriert werden. Im Internet wird der Ausgang des Verfahrens mittlerweile kontrovers diskutiert. Eine nicht geringe Anzahl von Nutzern hält das Urteil für zu milde. Der Stadtfeuerwehrverband Chemnitz ist jedoch mit dem Ausgang zufrieden. Es ging dem Verband nicht darum, eine Hexenjagd auf einen Einzelnen wegen eines verbalen Ausrutschers zu veranstalten. Wichtig war dem Stadtfeuerwehrverband, die pauschal angegriffene Ehre der etwa 685 Berufs- und Freiwilligen Feuerwehrleute wiederherzustellen.

Text: Ramón Arnold und Dr. Thomas Lange - Stadtfeuerwehrverband Chemnitz e. V.