Geldspende von eins energie ermöglicht Anschaffung von „Rauchhäusern“

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Zweckverbandes „Gasversorgung in Südsachsen“ im Jahr 2017 unterstützte der kommunale Energiedienstleister eins energie in sachsen die sieben Feuerwehrverbände in der Region Südsachsen mit Geldspenden.

Der Stadtfeuerwehrverband Chemnitz e. V. erhielt innerhalb dieser Aktion am 26. Juli 2017 in der Feuerwache 1 einen Scheck über 5.000 Euro. Mit einer tollen Abseilaktion eines jungen Nachwuchsfeuerwehrmannes von der zweiten Etage des historischen Glockenturmes zum Spendenscheck in den Händen des Geschäftsführers von eins energie in Sachsen, Roland Warner, wurde die feierliche Übergabe symbolisiert.

Laut Heiner Großer, Vorstandsvorsitzender des Stadtfeuerwehrverbandes Chemnitz,  sollte die zur Verfügung gestellte Summe ausschließlich für die Jugendfeuerwehr sowie für Präventionsarbeit verwendet, um den positiven Trend bei der Entwicklung der Mitgliederzahlen in den 15 Jugendfeuerwehren der Stadt (2018: 58 Mädchen und 192 Jungen) sowie die qualitativ hochwertige Arbeit durch die ehrenamtlichen Betreuer fortsetzen zu können.

Auch über die konkrete Umsetzung war man sich schnell einig, denn schon lange bestand in der Chemnitzer Jugendfeuerwehr der Wunsch zur Anschaffung von sogenannten Rauchhäusern. Es wurde vorgesehen, diese nicht nur zu theoretischen Ausbildungszwecken innerhalb der Jugendfeuerwehr einsetzen, sondern auch für eine einprägsamere Brandschutzerziehung in Kitas und Grundschulen zu nutzen.


Ein Rauchhaus ist ein Nachbau eines Mehrfamilienhauses und erinnert im ersten Moment an ein Puppenhaus. Bei einem simulierten Brandausbruch (z. B. aufgrund einer abgedeckten Lampe im Schlafzimmer) wird demonstriert, wie sich der Rauch im Haus verteilt und wie sich Bewohner richtig verhalten sollten, wenn Rauch die Flucht ins Treppenhaus verhindert. Man kann mit eigenen Augen erleben, welche Folgen offene Türen und welche wichtige Funktion Rauchmelder haben.

Flexible Rauchgeneratoren sorgen dafür, dass in jedem Raum und sogar in mehreren Räumen gleichzeitig ein Brand inszeniert werden kann. Lüfter in jedem Türrahmen und zwischen jedem Stockwerk ermöglichen die realistische Verteilung des Brandrauches (Nachahmung auf Wasserbasis). Zusätzlich ist jedes Haus mit komplett eingerichteten Zimmern sowie Figuren ausgestattet - gerade das löst bei den Kindern aus Kindergarten und Grundschule viel Begeisterung aus.

Darüber hinaus kann man mit den Mitgliedern der Jugendfeuerwehren das taktische Vorgehen bei der Brandbekämpfung üben, da auch das Löschen mit Spritzen sowie eine Entrauchung des Gebäudes mittels Überdruckbelüftung gezeigt werden können.

Im November 2017 trafen die drei speziell von der Firma Burkhard Meyer (www.notrufkoffer.de) gefertigten Rauchhäuser mit jeweils 4 Etagen nach langer Wartezeit endlich bei Stadtjugendfeuerwehrwart Markus Georgi ein und wurden sofort innerhalb der Ausbildung der Jugendfeuerwehr ausgiebig getestet.

Untergebracht sind die Rauchhäuser in Transportkisten auf Rollen, so dass sie mobil einsetzbar sind. Bei Interesse an Vorführungen kann man sich jederzeit gern per E-Mail an den Stadtjugendfeuerwehrwart Markus Georgi (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) wenden.

(SH)

Mit der Rettungsgasse Leben retten

Am frühen Morgen des 27. April 2018 geriet auf der A72 in Fahrtrichtung Hof bei Weischlitz (Vogtlandkreis) ein Lastwagen in Brand. Ein technischer Defekt an der Bremse löste wahrscheinlich das Feuer aus, welches schnell auf das hölzerne Gestell des hinteren Teils des Aufliegers übersprang. Der LKW brannte komplett aus.

Einen besonders bitteren Nachgeschmack hinterlässt bei den Einsatzkräften der Feuerwehr vor allem die Tatsache, dass die anderen Verkehrsteilnehmer auf der Autobahn nicht in der Lage waren, die gesetzlich vorgeschriebene Rettungsgasse zu bilden und sich die Einsatzfahrzeuge der FF Weischlitz und der FF Oelsnitz/Vogtl. mit erheblichem Zeitverlust einen Weg zu Unfallstelle bahnen mussten.

Wir möchten dies zum Anlass nehmen und darauf hinweisen, dass das Bilden einer Rettungsgasse in der Straßenverkehrsordnung festgehalten und somit für jeden Verkehrsteilnehmer Pflicht ist!

Grundsätzlich sollte eine Rettungsgasse bereits gebildet werden, wenn Verkehr ins Stocken gerät bzw. ein Stau entsteht und nicht erst, wenn Sirenen zu hören sind.

Seit Beginn des Jahres 2017 gibt es eine vereinfachte Regelung für die Bildung einer Rettungsgasse auf mehrspurigen Fahrbahnen, um einen schnellen Einsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst an der Unfallstelle zu ermöglichen und somit Leben zu retten.

Hier noch einmal die neue Regel:

Bei einer 2-spurigen Straße:
Die Fahrzeuge der linken Spur fahren so weit wie möglich nach links und die Fahrzeuge der rechten Spur so weit wie möglich nach rechts.

Bei 3- oder 4-spurigen Autobahnen:
Die Rettungsgasse wird zwischen der linken und allen anderen rechten Spuren gebildet. Die Autos der linken Spur fahren so weit wie möglich nach links, alle anderen so weit wie möglich nach rechts.

Grafik: www.rettungsgasse-rettet-leben.de

Ende September 2017 beschloss der Bundesrat drastisch härtere Maßnahmen, wenn eine Rettungsgasse nicht gebildet wird. So müssen mit dem Inkrafttreten des Gesetzes seit 19. Oktober 2017 bei stockendem Verkehr statt der bisherigen 20 Euro künftig mindestens 200 Euro gezahlt werden, im schwersten Fall (Sachbeschädigung) kostet es den Verursacher sogar 320 Euro, 2 Punkte im Register des Kraftfahrt-Bundesamtes und 1 Monat Fahrverbot.

Bitte denken Sie daran: Eine Rettungsgasse kann Leben retten!

(SH)