Mit der Rettungsgasse Leben retten

Am frühen Morgen des 27. April 2018 geriet auf der A72 in Fahrtrichtung Hof bei Weischlitz (Vogtlandkreis) ein Lastwagen in Brand. Ein technischer Defekt an der Bremse löste wahrscheinlich das Feuer aus, welches schnell auf das hölzerne Gestell des hinteren Teils des Aufliegers übersprang. Der LKW brannte komplett aus.

Einen besonders bitteren Nachgeschmack hinterlässt bei den Einsatzkräften der Feuerwehr vor allem die Tatsache, dass die anderen Verkehrsteilnehmer auf der Autobahn nicht in der Lage waren, die gesetzlich vorgeschriebene Rettungsgasse zu bilden und sich die Einsatzfahrzeuge der FF Weischlitz und der FF Oelsnitz/Vogtl. mit erheblichem Zeitverlust einen Weg zu Unfallstelle bahnen mussten.

Wir möchten dies zum Anlass nehmen und darauf hinweisen, dass das Bilden einer Rettungsgasse in der Straßenverkehrsordnung festgehalten und somit für jeden Verkehrsteilnehmer Pflicht ist!

Grundsätzlich sollte eine Rettungsgasse bereits gebildet werden, wenn Verkehr ins Stocken gerät bzw. ein Stau entsteht und nicht erst, wenn Sirenen zu hören sind.

Seit Beginn des Jahres 2017 gibt es eine vereinfachte Regelung für die Bildung einer Rettungsgasse auf mehrspurigen Fahrbahnen, um einen schnellen Einsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst an der Unfallstelle zu ermöglichen und somit Leben zu retten.

Hier noch einmal die neue Regel:

Bei einer 2-spurigen Straße:
Die Fahrzeuge der linken Spur fahren so weit wie möglich nach links und die Fahrzeuge der rechten Spur so weit wie möglich nach rechts.

Bei 3- oder 4-spurigen Autobahnen:
Die Rettungsgasse wird zwischen der linken und allen anderen rechten Spuren gebildet. Die Autos der linken Spur fahren so weit wie möglich nach links, alle anderen so weit wie möglich nach rechts.

Grafik: www.rettungsgasse-rettet-leben.de

Ende September 2017 beschloss der Bundesrat drastisch härtere Maßnahmen, wenn eine Rettungsgasse nicht gebildet wird. So müssen mit dem Inkrafttreten des Gesetzes seit 19. Oktober 2017 bei stockendem Verkehr statt der bisherigen 20 Euro künftig mindestens 200 Euro gezahlt werden, im schwersten Fall (Sachbeschädigung) kostet es den Verursacher sogar 320 Euro, 2 Punkte im Register des Kraftfahrt-Bundesamtes und 1 Monat Fahrverbot.

Bitte denken Sie daran: Eine Rettungsgasse kann Leben retten!

(SH)

Bedeutendes historisches Zeugnis der Chemnitzer Feuerwehr aufgetaucht

Im Nachlass eines Chemnitzers entdeckten Familienangehörige auf dem Dachboden ein besonderes Zeitzeugnis aus der Geschichte der Chemnitzer Feuerwehr.

Es handelt sich um ein bisher unbekanntes Foto der Chemnitzer Hauptfeuerwache in Anwesenheit von Friedrich August III., dem letzten König von Sachsen. Das Bild stammt vermutlich vom 11. April 1907 als der König, neben einer Vielzahl anderer städtischer Einrichtungen in Chemnitz, auch der Feuerwache einen Besuch abstattete. Das Gebäude in der Schadestraße war nur wenige Monate zuvor – im Dezember 1906 - nach 2-jähriger Bauzeit fertiggestellt und in Betrieb genommen worden. Bei seinem Besuch in Chemnitz sprach Friederich August III. den Kameraden der Feuerwehr unter der Leitung des Branddirektors Lothar Weigand seine außerordentliche Anerkennung über diese Einrichtung aus.

Und noch eine weitere Tatsache macht diese historische Fotografie so bedeutungsvoll. Es handelt sich dabei um eines der letzten aus Chemnitz stammenden Werke des Fotografen und Filmpioniers Guido Seeber. Im Jahr 1907, dem Entstehungsjahr des Bildes, verabschiedete sich Seeber von seiner Heimatstadt, um mit einem Wanderkino durch Europa zu ziehen. Anschließend führte ihn sein Weg nach Berlin, wo er ab 1909 die Filmproduktionsgesellschaft „Deutsche Bioskop GmbH“ als technischer Leiter führte. 1911 erwarb er für die Firma ein 40.000 qm großes Gelände in Neubabelsberg und legte damit den Grundstein für die Babelsberger Filmstudios.

Durch Zufall entstand nun im März 2018 über eine Social Media Plattform der Kontakt zwischen dem Stadtfeuerwehrverband Chemnitz e.V. und Herrn Grimm aus dem fränkischen Fürth, einem Angehörigen des Chemnitzer Verstorbenen. Bei einem persönlichen Besuch am 30. März 2018 konnten sichtlich erfreute Kameraden der Chemnitzer Feuerwehr das Originalfoto zum Anfertigen einer hochwertigen digitalen Kopie entgegennehmen und sich mit einer persönlichen Führung durch die Feuerwache bei der Familie bedanken.

(SH)