Bedeutendes historisches Zeugnis der Chemnitzer Feuerwehr aufgetaucht

Im Nachlass eines Chemnitzers entdeckten Familienangehörige auf dem Dachboden ein besonderes Zeitzeugnis aus der Geschichte der Chemnitzer Feuerwehr.

Es handelt sich um ein bisher unbekanntes Foto der Chemnitzer Hauptfeuerwache in Anwesenheit von Friedrich August III., dem letzten König von Sachsen. Das Bild stammt vermutlich vom 11. April 1907 als der König, neben einer Vielzahl anderer städtischer Einrichtungen in Chemnitz, auch der Feuerwache einen Besuch abstattete. Das Gebäude in der Schadestraße war nur wenige Monate zuvor – im Dezember 1906 - nach 2-jähriger Bauzeit fertiggestellt und in Betrieb genommen worden. Bei seinem Besuch in Chemnitz sprach Friederich August III. den Kameraden der Feuerwehr unter der Leitung des Branddirektors Lothar Weigand seine außerordentliche Anerkennung über diese Einrichtung aus.

Und noch eine weitere Tatsache macht diese historische Fotografie so bedeutungsvoll. Es handelt sich dabei um eines der letzten aus Chemnitz stammenden Werke des Fotografen und Filmpioniers Guido Seeber. Im Jahr 1907, dem Entstehungsjahr des Bildes, verabschiedete sich Seeber von seiner Heimatstadt, um mit einem Wanderkino durch Europa zu ziehen. Anschließend führte ihn sein Weg nach Berlin, wo er ab 1909 die Filmproduktionsgesellschaft „Deutsche Bioskop GmbH“ als technischer Leiter führte. 1911 erwarb er für die Firma ein 40.000 qm großes Gelände in Neubabelsberg und legte damit den Grundstein für die Babelsberger Filmstudios.

Durch Zufall entstand nun im März 2018 über eine Social Media Plattform der Kontakt zwischen dem Stadtfeuerwehrverband Chemnitz e.V. und Herrn Grimm aus dem fränkischen Fürth, einem Angehörigen des Chemnitzer Verstorbenen. Bei einem persönlichen Besuch am 30. März 2018 konnten sichtlich erfreute Kameraden der Chemnitzer Feuerwehr das Originalfoto zum Anfertigen einer hochwertigen digitalen Kopie entgegennehmen und sich mit einer persönlichen Führung durch die Feuerwache bei der Familie bedanken.

(SH)