Die Geschichte der Chemnitzer Berufsfeuerwehr:

- eine Zeitreise Teil IV: 1989-heute
 


Trotz moderner Technik, ist der der Beruf des Feuerwehrmannes immer noch schmutzig und kräftezehrend - Kameraden nach einem Brandeinsatz

Die jüngere Geschichte der Chemnitzer Berufsfeuerwehr begann im Jahr 1991 mit der organisatorischen Neuordnung, wodurch die Feuerwehr nun nicht mehr der Polizei, sondern wieder der Stadtverwaltung unterstellt wurde. Damit erfolgte auch die Bildung des Amtes Feuerwehr bestehend aus sechs Abteilungen: Verwaltung, Feuerwehreinsatz, Vorbeugender Brandschutz, Technik, Freiwillige Feuerwehr, Ausbildung sowie Zivil- und Katastrophenschutz.

Mit der Wiedervereinigung setzte ebenfalls die schrittweise Erneuerung und Erweiterung der Technik und des Fahrzeugparkes sowie die Rekonstruktion und Modernisierung der denkmalgeschützten Hauptfeuerwache ein.

An der Jagdschänkenstraße wurde 1992 die Feuerwache III in Betrieb genommen und bis 1998 besetzt. In unmittelbarer Nähe errichtete die Stadt in den Jahren 2000/2001 eine neue Wache. In diesem Gebäudekomplex sind nun zusätzlich eine Atemschutzübungsanlage und eine Brandsimulationsanlage für Ausbildungs- und Übungszwecke der Feuerwehren aus dem gesamten Regierungsbezirk Chemnitz untergebracht.

Auch die Feuerwache II in der Ludwig-Richter-Straße erhielt nach Abriss des alten Gebäudes einen Neubau. 1998 wurde dieser an gleicher Stelle, allerdings mit Zufahrt über die Wilhelm-Weber-Straße, der Nutzung übergeben.

1993 weihte die Feuerwehr Chemnitz eine neue Rettungsleitstelle ein, zuständig für das Gebiet der Stadt Chemnitz und den Landkreis Stollberg. Ein Jahr später wurde außerdem die frühere „Schnelle Medizinische Hilfe“ als Rettungsdienst von der Feuerwehr übernommen.

Die seit 2012 vorangetriebene systematische Einführung eines einheitlichen Digitalfunknetzes für Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz in Sachsen machte auch den Bau einer neuen Leitstelle in Chemnitz erforderlich.

Im März 2017 erfolgte die Inbetriebnahme der Integrierten Regionalleitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst in Chemnitz mit 18 Arbeitsplätzen in einem Neubau in der Schadestraße. Die IRLS betreut alle 112-Notrufe für die Stadt Chemnitz und ab Mitte des Jahres 2018 auch den Erzgebirgskreis sowie den Landkreis Mittelsachsen. Im Schichtbetrieb werden insgesamt 70 Disponenten rund um die Uhr die Notfalleinsätze der Feuerwehr und des Rettungsdienstes, aber auch die Krankentransporte für fast 1 Million Einwohner und einen Leitstellenbereich von 4.162 Quadratkilometern koordinieren.

Das aktuellste Vorhaben ist die Errichtung eines Feuerwehrtechnischen Zentrums als Ausbildungs- und Trainingszentrum für die Chemnitzer Feuerwehren. Der symbolische 1. Spatenstich erfolgte im November 2017 auf dem Gelände neben der Feuerwache 3. Der 6,25 Million Euro teure Neubau, finanziert durch Eigenmittel der Stadt Chemnitz und Fördermittel der Sächsischen Aufbaubank, soll bis Ende 2019 in Betrieb genommen werden.